Unter dem Begriff "Energiesparhaus" wird so ziemlich alles angeboten, was irgendwie mit Energiesparen und Hausbau in Verbindung gebracht werden kann. Misst man es an Neubauten aus der Vergangenheit, ist jeder Neubau ein Energiesparhaus und dabei ist Vergangenheit < als 5 Jahre.
In Deutschland werden nur noch dann Baugenehmigungen für Häuser erteilt, wenn diese gemäß den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) geplant und gebaut werden.
Berücksichtigt man nun, dass mittlerweile jedes neue Haus ein energiesparendes Eigenheim ist, dann stellt sich einem Hausbau-Interessenten sie Frage, warum er noch mehr Geld in die Energieeffizienz seines Neubaus investieren sollte. Schließlich ergibt ein Blick auf die Baukosten, dass ein energieeffizientes Eigenheim teurer ist, als ein "normales" Haus nach EnEV. Problematisch ist, dass durch den harten Wettbewerb der Preis beim Hausbau eine übergeordnete Rolle spielt und problematisch ist auch, dass viele Häuser zwar mit teurer Heizungstechnik nebst Solaranlage gebaut werden, aber eine ungünstige Gebäudehülle haben.
Die Vorgaben der EnEV werden trotzdem erfüllt, nach dem Sinn solcher Bauweisen fragt man vergebens, sie sind aber etwas billiger als andere.
Was also ist sinnvoll?
Als Bau-Interessent sollten Sie sich zunächst die Frage stellen, ob Sie ein günstiges Haus oder ein nachhaltiges Haus bauen wollen. Beides steht nicht im Wiederspruch, wenn es auch Unterschiede gibt.
Es versteht sich von selbst, dass ein Passivhaus oder KFW-Effizienzhaus zunächst teurer ist. Ob die Mehrinvestitionen in diese Häuser sich tatsächlich amortisieren hängt wohl auch davon ab, wie gut Sie die Haustechnik auf die Gebäudehülle abstimmen.
Jedoch gibt es auch gute und praktische Lösungen, mit denen Sie zwar nicht den KFW-Effizienzhaus-Standard erreichen, aber dennoch ein energetisch sinnvolles Haus bauen können.
Bezogen auf den konventionellen Massiv-Hausbau würde dies bedeuten:
- Gebäudehülle entweder mit 36,5 cm starkem einschaligen hochwärmegedämmten Mauerwerk
oder zweischalig mit Wärmedämmverbundsystem
- Fenster mit 3-fach Verglasung (Ug 0,6 W/m²k)
- hocheffiziente Wärmepumpe oder Gasheizung mit Solaranlage
Somit bauen Sie ein modernes und energieeffizientes Haus, welches weit über dem gesetzlich geforderten Mindeststandard hinausgeht, auch wenn es noch kein KFW-Effizienzhaus ist.
Wer ein Energiesparhaus zu bauen plant, sollte möglichst ein Haus mit kompakter Gebäudeform bauen. Ein Erker und/oder Balkon ist zwar schick, bedeutet aber Wärmeverlust. Richten Sie die Hauptfensterflächen der Wohnräume möglichst nach Süden aus um die natürliche Wärmeenergie aus der Sonneneinstrahlung zu nutzen. Hingegen können der Hauswirtschaftsraum, Bad und Küche nach Norden ausgerichtet werden. Für Schlafzimmer eignet sich die Westseite.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Hausbau als Energiesparhaus
und können sich zudem Hausangebote für den energieeffizienten Hausbau unterbreiten lassen:
